Jan 1 2020

Fünf Nächte, sechs Tage und ein ziemlich tolles Silvester

Mein eigentlicher Plan war es ja Silvester möglichst einsam im warmen in Marokko in der Wüste zu verbringen, bekanntermaßen hat das nicht ganz geklappt, aber zumindest warm war es und im Sand hab ich auch gesessen.

Abends (wenn auch ein paar Tage vor Silvester schon) kann es am Strand auch ganz schön sein und ein Blick auf das Meer und die Felsen dort drin kann sich auch lohnen:

Blick auf die Felsen im Wasser

Nachdem ich vorgestern, aufgrund von leichten Halsschmerzen, eher zügig ins Bett bin gab es gestern wieder ein schönes Gemeinschaftsabendessen. Auch wenn ich kein so großer Freund von Meeresfrüchten bin, so war die Paella die Flo gekocht hat doch recht lecker und mengenmäßig vielleicht etwas übertrieben:

Silvester-Paella im Dutch Oven

und das war nicht alles was da war

Für mich hab ich das ganze mit Maccaroni in Tomaten-Käse-Sauce mit Zwiebeln und Champignons abgerundet, die anderen haben sich an der Paella satt gegessen.

Im Anschluss ging es dann zu den anderen ans Lagerfeuer am den Strand.

Silvester Lagerfeuer

Blick von oben auf’s Feuer

Untermalt wurden die Unterhaltungen noch von etwas Musik und Gesang unteranderem von Cale oder Flora.
Mitternacht ging, abgesehen von einem halbherzigen Countdown, eigentlich recht spurlos und unbemerkt vorbei und der fehlende Handy Empfang hat auch geholfen das alle mehr am Feuer waren und nicht um Mitternacht jeder für Neujahrsgrüße abgelenkt war.
Für mich war das eine wirklich schöne Sache und hat mich auch problemlos bis halb vier am Strand gehalten.

Frühstück ungeschönt, Baguette, Champignons und Paprika

erstes Frühstück im neuen Jahr

Nach so einem langen Abend war etwas länger Schlafen natürlich kein Problem und so gab es das Frühstück auch erst um ca halb zehn.
Und da die Sonne wieder wunderbar am scheinen war konnte ich am ersten Tag des Jahres neben dem Strandbesuch auch das erste schwimmen im Meer abstempeln.
Ein wirklich guter und schöner Start ins Jahr!
Die Sonne bekam dann noch etwas Zeit meine Klamotten wieder zu trocknen, aber um ~15 Uhr war trotzdem aufbrechen angesagt. Die meisten anderen wollen morgen aufbrechen, ich nutze die Gelegenheit und mache schon heute los da ich befürchte sonst einfach noch weitere drei bis vier Tage zu bleiben.
Die ausgiebige Verabschiedung hat eine Abfahrt erst ca eine halbe Stunde später ermöglicht, hat sich aber garnicht so angefühlt und ich würde mich freuen die ein oder andere Nase mal wieder zu treffen.

Gespräche haben mir gezeigt dass der Platz den ich schon vor Tagen ansteuern wollte ca 45km weiter die Küste rauf ist und nach gut einer Stunde Fahrt ist der Platz auch erreicht.

Palmen am neuen Standplatz

Der erträumte Platz…

Gut gefüllter Platz

… ist ziemlich gut besucht

Einsames stehen zwischen den Palmen mit Slackline und Hängematte wird wohl schwer, vielleicht kann ich morgen aber wenigstens die Hängematte noch etwas aufhängen und genießen…

Beschlossen wird der Tag dann mit den Resten von gestern zum Abendessen.

Nudeln in Tomaten-Käse-Sauce
was im Übrigen so aussah


Dez 29 2019

Und noch immer steht der Bus

Gestern das Wetter hat sich noch gut gehalten und so gab’s im lauschigen ein gutes Abendessen:

Abendessen vorm Bus

Sonst hab ich mich heute eigentlich nur etwas auf Wanderschaft begeben. Eigentlich wollte ich zur nächsten Bucht, hab mich aber etwas verlaufen und dann ca 8-10km Wanderung gemacht. Vielleicht Versuch ich das mit der Bucht morgen nochmal.

Hier jetzt nur noch Bilder von der Wanderung:

Wanderweg bergauf

Blick zurück zum Platz

Blick vom ersten Aussichtspunkt

Weg zum zweiten Aussichtspunkt

Blick auf die Bucht

mehr Blick auf die Bucht

und noch mehr Blick auf die Bucht

Blick in die andere Richtung

Blick auf die erste Bucht

Blick zum nächsten Ort

Sah von oben aus wie eine Höhle:

Höhle am Wegesrand

War aber doch nur ein kleines Loch:

Doch nur ein kleines Loch


Dez 28 2019

Keine Bewegung

Heute gibt’s wirklich nicht viel zu sagen. Beim Aufstehen gab es schon diesen Blick:Sonne und T3 vor meiner Tür
Und nach dem Frühstück hab ich mich ausgiebig der Ferse meiner zweiten Socke gewidmet.
Da meine Nachbarn zu Kässpatzen geladen haben, aber keine Röstzwiebeln mehr da sind hab ich kurzer Hand ein paar gemacht.Rostzwiebeln
Und jetzt zieht es gerade ein wenig zu aber ich bin trotzdem guter Dinge das es sich hält und die Kässpatzen nachher lecker werden.


Dez 27 2019

Unerwartete Begegnungen und kurze Wege

Der Platz in San José war nicht der beste, aber auch nicht der schlechteste. Abgesehen von zwei Katzen die sich bis spät in die Nacht angeschrien haben und ein paar LKWs die morgens schon sehr früh unterwegs waren war es eigentlich sehr ruhig.
Nichts desto trotz ging es morgens nach dem ersten Kaffee mit der neuen Kanne (ich muss noch etwas an der Pulver Menge forschen) recht früh los Richtung Rodalquilar zu den dortigen ehemaligen Minen und einem kleinen gpx Track an diesen entlang.
Bus und RuineAm Hauptbereich der Mine

Dann weiter nach Las Negras von wo aus ich die Küste weiter hoch fahren wollte. Dort angekommen stellt sich aber raus: die App sagt zwar es gibt eine Straße der Küste entlang, die Realität sagt aber etwas anderes.
Nach nur wenigen Kilometern sehe ich in Carboneras in einer Seitenstraße den LKW von Stefan aus dem WoMoBox-Forum, also kurz umgedreht und beim erneuten vorbei fahren läuft er auch gerade an die Tür ran. Die Gelegenheit lass ich mir natürlich nicht entgehen und unterhalte mich ein bisschen.
Sie kommen gerade aus der Richtung in die ich unterwegs bin und so kriege ich gleich auf dem GPS noch einen Tipp für eine kleine Bucht… Ist zwar definitiv nicht die nach der ich ursprünglich Ausschau halten wollte, aber eine Bucht in der man garantiert für ein paar Tage frei stehen kann MUSS quasi angefahren werden.
Also die größere Straße etwas weiter und dabei auch noch den einen oder anderen schönen Aussichtspunkt erwischen:Ausblick Richtung CarbonerasDa kam ich gerade hoch

Und ein paar Kurven weiter bin ich auch im dem Ort von dem die kleine Straße zu dieser Bucht abgehen soll (und natürlich auch tut).Beginn der ZufahrtUnd so aussieht

Und auf dem Weg noch einen schönen Turm bereit hältTurm am WegesrandIst wohl Arabisch oder so

Etwas weiter tut sich nach einer Kurve eine Bucht auf in der nur zwei Autos stehenkleine Bucht mit zwei CampernTraumhaft alleine

Allerdings hieß es das in der Bucht eigentlich eine Bar ist die zwar aktuell geschlossen hat, deren Dusche und WC aber genutzt werden kann. Also kann ich hier noch nicht richtig sein…
Zwei Kurven weiter sehe ich dann deutlich mehr Fahrzeuge, aber auch die Bar. Und eins der Fahrzeuge ist auch noch ein T3 und die Leute daneben sind munter am Winken. Natürlich wird dieser dann auch angefahren und Benny bietet mit direkt den Platz neben ihnen an und erklärt an wann die Sonne weg ist etc.
Anfänglich überlege ich noch ob ich in die andere Bucht zurück fahren will da die einfach einsamer ist, gebe aber der Dusche und den Toiletten erstmal den Vorzug, quasi eine Nacht zum Testen.
Eingeparkt ist schnell und nach einem weiteren Gespräch geht es erstmal ans andere Ende der Bucht um nochmal Fotos zu machen und das Internet zu nutzen, so wirklich Empfang gibt es nämlich nur auf der Seite auf der ich nicht stehe (was eigentlich auch mal ganz schön ist).Blick zu meinem BusUnd da hinten steh ich

die gesamte BuchtDie Bucht in voller Pracht

Bucht von meiner Seite ausUnd von meinem Platz aus


Dez 26 2019

Ein Schritt vor und zwei zurück oder so…

Mit dem Frühstück hab ich mir heute wie gewohnt schön viel Zeit gelassen, vorallem sie leer gehende Kartusche meines Kochers und das damit verbunden sehr lange erwärmen des Kaffee Wassers haben dazu gut beigetragen.
Zumindest das Zeit lassen war geplant, schließlich soll der Spar ja auch erst ab 9 Uhr offen haben (Hab ich schon gesagt dass ich im Schnitt zwischen 21 Uhr und 22 Uhr schon schlafe und dementsprechend eigentlich schon ab 7 Uhr wach sein könnte?)… Soll ist hier das Stichwort, denn um kurz vor 10 hat sich da noch nichts getan und es sieht sich nicht so aus als ob da noch was passiert.
Zwei Ecken weiter gibt es noch einen kleinen Supermarkt, eher so Tante Emma Laden mäßig, also da rein, denn mindestens Gas muss ich in jedem Fall kaufen, sonst gibt es kein Mittag und morgen auch keinen Kaffee… Aber der Laden ist natürlich zu klein und hat kein Gas, der freundliche Besitzer erklärt mir aber genau den Weg bis zur (ich hoffe ich schreib das jetzt richtig) „ferreria“ also grob einem Drogerieladen. Dort gibt es neben den benötigten Gas Kartuschen auch eine riesige Auswahl unterschiedlicher Bialetti-Klone.
Shopping-Rausch Ole, ich bin nun stolzer Besitzer einer 10 Tassen Edelstahl Bialetti-Kopie (10 Tassen bedeutet hier übrigens ganz knapp meine Frühstücksration, Zuhause muss ich das mal auslitern, aber ca 500-600ml würde ich schätzen).

neue KaffeekanneWurde dann auch später direkt eingekocht

Nun gut, weiter ging es dann zu Fuß zurück zum Bus und dann damit nach La Cañada zum Mercadona für die restlichen Einkäufe. Das bedeutet allerdings erstmal 20km in die falsche Richtung, nämlich zurück nach Almeria zu fahren. Aber besser als kein Essen zu haben und was sind schon 20km…
Nach erfolgtem Einkauf wieder in die richtige Richtung, nach San José und da direkt erstmal zum Playa de Genoveses und Playa de Monsul, die zwar wirklich schön sind, bei denen man aber leider nicht übernachten darf.

überfluteter Weg zum StrandUnd am Playa de Genoveses gibt’s auch viel Wasser

der Strand selbstDer Strand selbst ist aber wirklich schön

Na gut, in San José direkt soll es ja auch einen Stellplatz geben, kurz angefahren…

Palmen am StraßenrandIst nicht so mein Ding

Also weiter Richtung Norden die Küste entlang, hier soll es nämlich noch richtig schöne Plätze geben an denen man auf frei stehen darf.
In der Nähe von Los Escuellos finde ich diesen tollen Platz an dem lediglich ein spanisches Pärchen mit ihrem LT und ihrem Hund sind. Kurz mit dem Spanier ein paar Worte gewechselt (interessanterweise überwiegend Französisch) und dann gewusst hier bleibe ich.
Erste Amtshandlung war dann die neue Kaffeekanne ein zu kochen und anschließend ein bisschen am Innenausbau rum zu schrauben. Auf so einer Reise findet man eigentlich immer Verbesserungsmöglichkeiten und manche lassen sich einfach auf während der Reise schon umsetzen, wie in diesem Fall die Höhe meiner Regale, ein wenig nach oben korrigiert ist der Inhalt viel besser zugänglich. Da hier die Gewürze stehen ist das vorallem beim Kochen sehr hilfreich.
Wo wir schon dabei sind, die Sonne begann schon langsam ihren Weg hinter die Berge anzutreten also war es höchste Zeit zu kochen. In die Pfanne (oder besser den Topf) kamen heute ein paar Paprikas, einige Zwiebeln, viel Knoblauch und etwas Chorizzo (die gekauften Champignons hab ich vergessen, die werden dann morgen verkocht) und das ganze dann einfach auf Brot und fertig. Sau lecker und macht satt und zufrieden.
Noch während dem Essen biegt allerdings ein Pickup mit staatlichen Wappen etc zu mir auf den Platz ein. Der freundliche Mann erklärt mir das hier übernachten nicht gestattet ist und ich entweder einen der Campingplätze, oder den Stellplatz in San José oder (einem anderen Ort dessen Namen ich vergessen habe) nehmen muss, aber gerne morgen wieder hier den Tag verbringen darf. Schade schade, ich hatte mich darauf gefreut morgen den ganzen Tag hier zu verbringen und erst übermorgen weiter zu ziehen aber gut.
Also kurz aufgegessen, zusammengepackt und zurück ins, zum Glück nur 15 Minuten entfernte, San José auf den garnicht so einladenden Platz. Hier zumindest noch einen kurzen Spaziergang zum Strand gemacht, wirklich nur einmal die Straße runter, und nun lieg ich wieder im Bett.
Heute schließe ich mal mit ein paar Bildern, nämlich von dem schönen Platz an dem ich eigentlich gerne geblieben wäre.

Panorama vom Strand aus
Panorama zum Strand
Steinformationen neben dem Strand
Strand von den Steinen runter
Die andere Richtung von den Steinen runter


Dez 25 2019

Ganze 35km bin ich heute gefahren…

Vom Campingplatz in Almeria bis zu meinem aktuell Standort sind es laut Navi ganze 35km. Durch den einen oder anderen Abstecher mag meine tatsächliche Fahrstrecke vielleicht 40km betragen, aber das ist auch nur Augenwischerei.

Entlang der Küste ging es heute nicht auf der Schnellstraße sondern auf den kleinen Küstenstraßen möglichst nah am Strand.
Palmen am Straßenrand
Teilweise gesäumt von Palmen

Auf der Suche war ich nach einem kleinen, möglichst einsamen Platz… Gelandet bin ich an einem für meinen Geschmack zu vollen und „zivilisierten“ Ort.
Wohnmobile wohin das Auge schweift
Den ich mir mit viel Weißware Teile

Aber warum hab ich hier gehalten und bin nicht einfach bis zur nächsten nicht weiter gefahren?

Zum einen weil es hier eine Strand mit Duschen gibt und ich mich so heute ins garnicht so warme Mittelmeer wagen konnte, zum anderen weil es hier zumindest einen Spar gibt und ich, nachdem ich gestern nicht einkaufen war morgen dringend Vorräte auffüllen muss. Wenn der Spar nicht alles hat fahre ich wahrscheinlich sogar 20km zurück und gehe im großen Supermarkt dort einkaufen, man wird sehen.

Neben dem Strand habe ich das gute Wetter genutzt und relativ früh gekocht.
Tortellini mit Zwiebel-Knoblauch-Tomatensauce
Hab ich auch schon besser gemacht, war aber trotzdem ganz schmackhaft.

Und jetzt lasse ich den Tag direkt am Strand mit Blick in die Sonne ausklingen.
Sonne und Mittelmeer und Strand


Dez 24 2019

Ein bisschen Wandern, ein bisschen durch die Ramblas und ungeplant etwas weiter

Ja wer hät’s gedacht, das mit dem „das Auto den ganzen Tag stehen lassen hat natürlich nicht geklappt…
Unbewegter Bus
Aber am Anfang sah’s noch ganz gut aus

Nach erfolgreichem Frühstück machte ich auch erstmal eine kleine Wanderung vom Auto weg durch diese abgefahrene Umgebung. Einfach mal in die Richtung die auch die ganzen Spanier von hier aus einschlagen…

Schon nach ein paar hundert Metern ist nur noch weit entfernt Zivilisation erkennbar
Strommasten am Horizont der Tabernas
Zum Beispiel an Strommasten

Ich folge fleißig den Fußspuren die ich so sehe, bis ich einfach keine mehr sehen kann. Da ich noch alles gut im Blick hab (und für den Fall des Falles GPS in der Tasche) gehe ich einfach weiter in der aktuellen Richtung und finde prompt Reifenspuren von Motorrädern… Ja das Stelle ich mir hier auch sehr spaßig vor.

Da Reifenspuren meistens irgendwo hin frühen Folge ich also jetzt denen. Zuerst führen sie mich auf ein kleines Plateau auf dem ich spontan beschließe zwei Fotos zum Weihnachtsgruß zu machen
Panorama in der Tabernas
Einmal die Landschaft…
Ich in der Tabernas
… und meine Wenigkeit die sie stört

Weiter führen mich die Spuren durch enge, häufig auch sehr schattige (und damit auch angenehme) Einschnitte in der Landschaft zielsicher immer weiter nach oben. Ich hoffe an einem guten Punkt raus zu kommen damit ich nicht die gleiche Strecke stupide zurück laufen muss.

Irgendwann stehe ich an einer Stelle an der ich nicht mit Sicherheit sagen kann ob die Reifenspuren hier rauf gehen oder das eine Schneise ist die das Regenwasser gegraben hat. Da das nur auf eine Art rausgefunden werden kann geht es natürlich hoch und ich werde mit einem recht weitem Blick belohnt.

Und da ich in einer Richtung etwas mir vertrautes sehe schlage ich diese Richtung ein.
Blick auf Hollywood Mini
Eine Westernstadt mitten in Spanien

In der Tabernas werden gerne Filme gedreht, große Streifen wie „The Good, the Bad and the Ugly“ oder auch „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ haben hier Teile ihrer Produktion erlebt.

Am Platz des Fotos gibt es auch eine schöne Fläche die sich eigentlich für eine Übernachtung geradezu anbieten würde und das GPS zeigt auch einen Weg. Die Stelle wird erstmal markiert und da der Weg sowieso in meine Richtung führt wird er beschritten, vielleicht kann ich hier ja nachher noch mit dem Auto umziehen…

Nach ungefähr der Hälfte des Weges zum Auto kommt aber leider eine Stelle (und danach noch ein paar mehr) die nur mit dem Motorrad noch passierbar sind, schade aber dann soll es wohl so sein. War trotzdem mit ca 1,5h ein Recht anstrengender, aber auch schöner Marsch.

Zurück am Auto erstmal ein bisschen verschnaufen und dann Mittag essen. Während ich zufrieden und gut genährt im Schatten sitze kommt eine XT vorbei und der Fahrer grüßt auch freundlich und gut gelaunt. Ich bleibe aber nichtmehr all zu lange untätig, denn eigentlich ist morgen auf hier Feiertag und darum wäre es gut heute noch ein zwei Lebensmittel zu kaufen und bei der Gelegenheit könnte ich auch eine Dusche suchen, an der Zeit wäre es wieder.

Also fahre ich in die Stadt Tabernas weil ich dort gestern (oder vorgestern?) einen Spar gesehen habe. Dort angekommen hat der zu, ist ja eigentlich auch klar, wir sind in Spanien, es ist heiß und früher Nachmittag. Was macht man da gerne? Genau, Siesta… Na gut, dann eben noch die alte Burg oberhalb der Stadt anschauen, dann eine Dusche suchen und dann nochmal den Spar ansteuern.

Der Bus wird unterhalb der Burg geparkt und zu Fuß mache ich mich auf den Weg nach oben
Ruine der arabischen Burg
Sieht von unten schon interessant aus

Von oben hat man dann einen schönen Blick über das Umland…
Tabernas von oben
… und die Stadt

Und plötzlich taucht die XT auf und wir kommen natürlich direkt ins Gespräch, eigentlich die perfekte Gelegenheit mein Spanisch zu trainieren schwenkt mein Gegenüber aber direkt Englisch ein und nur einzelne Begriffe zwischendurch werden im spanischen eingestreut. Er ist zwar auch nicht von hier, sagt aber das es ein paar Kilometer weiter (ungefähr 20 wenn man nicht durch die Ramblas fährt) heiße Quellen gibt und zeigt mir die Stelle auf dem GPS. Nicht schlecht, vielleicht eine Alternative falls ich hier keine Dusche finde.

Unterhalb der Stadt gibt es aber auch eine Film-Stadt die auf ihrem riesigen Schild auch mit Camping und einem Schwimmbad wirbt, also erstmal da hin. Der Mann im Ticket Häuschen macht allerdings sehr schnell klar: nur Camping und Schwimmbad ist nicht drin. Na gut, dann durch die Rambla zurück zu meinem Ausgangspunkt und von da aus weiter zu der heißen Quelle.

20 Minuten später bin ich an den Punkt, kann aber leider keine Quellen finden… Schade, aber dann fahre ich einfach noch ein bisschen weiter nach Almeria (eigentlich erst für morgen geplant) und suche mir da ein Camping damit ich mir eine ordentliche Dusche gönnen kann.

Angekommen lässt der Platzwart erstmal auf sich warten, sagt dann das voll ist und zeigt mir dann doch drei Plätze zwischen denen ich mich entscheiden kann, ich nehme natürlich den ebensten.

So komme ich morgen vielleicht auch schon zu meinem ersten Mittelmeerbad.
Sonnenuntergangb über dem Mittelmeer
Sah im Sonnenuntergang zumindest schonmal gut aus

Den Abschluss hat dann die verdiente Dusche gemacht und jetzt liege ich im Bett und ärgere mich ein bisschen weil mein Schlafplatz die letzten Nächte zwar viel näher an der Autobahn aber trotzdem bedeutend ruhiger war…


Dez 23 2019

Von einem gewissen Standpunkt aus bin ich heute nicht gefahren…

Zumindest wenn man betrachtet wo mein Auto gestern zum Schlafen stand und wo es heute steht.
Tatsächlich hab ich es zumindest ein kleines bisschen bewegt, wenn auch lediglich ca 30km.
Nachdem ich ausgiebig und gemütlich Kaffee gekocht und gefrühstückt hatte ging es erstmal ein wenig daran das Auto aufzuräumen.
Ein wenig ist gut, aufgestanden bin ich um 9, fertig mit Frühstücken war ich um 10 (oder halb elf, wer weiß das schon so genau) und nach dem Aufräumen war es dann plötzlich 12. Angefangen hab ich damit Zeug aus dem Auto zu räumen damit ich den HiLift und den Dieselkanister ebenfalls raus und in ihre entsprechenden Halter verfrachten konnte. Nachdem das geschafft war ein bisschen Werkzeug und Kisten hin und her schieben und dabei noch zwei leere Kartons finden, die wurden dann später mit anderen Müll zusammen an der nächsten Tankstelle in den Container geworfen.
Da ich am Dienstag vor der Abfahrt zwar noch zwei Auffahrrampen als Sandblech Ersatz gekauft hab, auf die schnelle aber keine Halterung für auf den Dachträger mehr fertigen konnte müssten diese wohl oder übel auf der Rückbank bzw im Fußraum davor Platz finden… Jetzt liegen sie wenigstens ordentlich im Fußraum und die Rückbank ist nichtmehr in drei Schichten voll sondern nur in einer halben, Innenraum kann also auch mehr oder weniger genutzt werden (zumindest Füße hoch legen ist kein Problem).
Nach so einem produktiven Vormittag wurde es dann auch Zeit den Motor zu starten und eine Runde zu drehen. Zuerst auf die andere Seite der Autobahn (ja ich stehe quasi neben der Autobahn) um bei der Tankstelle wie angesprochen den Müll zu entsorgen und dann zur Stadt Tabernas hoch und von dort ein wenig in die Richtung dessen was auf der Karte als „Wüste von Tabernas“ eingezeichnet ist, vielleicht findet sich ja ein schönerer Stellplatz… Nach ca 15km und einigen Blicken auf diverse Karten und Apps wurde klar, hier finde ich (zumindest auf entspannte Art und Weise) nichts, also Retoure.Ausblick auf die TabernasZumindest die Aussicht ist toll

Und da das deutsche Pärchen gestern gesagt hast dass sie einen Platz etwas weiter die Rambla entlang anfahren wollen der nicht so windig ist und es letzte Nacht schon sehr geschüttelt hat war das die nächste Idee, also rein in die Rambla und solange ich die Spuren des Mercedes gesehen hab immer hinterher. Leider habe ich die Spuren dann verloren und auch keinen erkennbar guten Standplatz gesehen also blieb nur ein weiteres mal wenden und zurück zum Ausgangspunkt.Mein Bus in der RamblaIn der Rambla

Zurück an meinem Ausgangspunkt wurde erstmal aus den Resten vom gestrigen Abendessen ein neues (mehr oder weniger) Mittagessen gezaubert und dann einfach das schöne Wetter (strahlender Sonnenschein und irgendwas um die 20°C) genossen.
Als dann langsam aber sicher die Sonne begann unterzugehen noch kurz ein Foto gemachtSonnenuntergangSo

Und dann ein wenig für morgen bzw die nächsten Tage Pläne geschmiedet, aber dazu dann mehr wenn es soweit ist.


Dez 22 2019

Eine kurze und doch recht eindrucksvolle Fahrt

Nachdem die Nacht an der Alhambra mit 31,05€ bei weitem nicht die günstigste (und dafür gab es weder Strom, noch sonstige Ver- bzw. Entsorgungsmöglichkeiten), aber dafür wenigstens schön ruhig war sollte es heute auch ruhig weiter gehen.

Geplant war ja erstmal die Fahrt nach Motril die auch nach einer guten Stunde erledigt war. In Motril dann erstmal schauen wie weiter und schnell war klar: das Tagesziel wird wohl eher Tabernas sein.

Da die Spanier wohl nicht sonderlich viel von Sonntagen halten hab ich aber noch ein paar Kleinigkeiten im Supermarkt besorgt bevor ich mich wieder auf den Weg mache. Das Navi führt zuverlässig durch Motril und zufälligerweise direkt am Hafen entlang. Dort sehe ich: ich könnte auch von hier aus nach Marokko übersetzen, die Fahrt dauert ca 7h, Preise konnte ich auf die schnelle aber nicht finden. Obwohl ich kurz darüber nach gedacht habe folgte ich dann doch den Navi die Küstenautobahn entlang Richtung Almeria.

Aus Blogs und vlogs hatte ich schon davon gehört, aber die ca 100km von Motril nach Tabernas selbst zu fahren ist doch etwas anderes.

Quasi die ganze Strecke geht es entlang der „Los Plasticos“, semi-permanente Gewächshäuser in denen all das Gemüse das wir so gern kaufen wächst.

Los Plasticos entlang der Autobahn

Sieht dann so ungefähr aus

Natürlich wissen wir alle das über Supermarktgemüse nicht unter freiem Himmel wächst, aber das so zu sehen ist schon übel. Auf der ganzen Fahrt gab es einige Gelegenheiten den Schildern Richtung „Costa“ zu folgen, aber Lust dazu hatte ich aufgrund des Anblicks nicht, schöner wird das auch nicht wenn man nicht auf der Autobahn fährt.

Zwischendurch sieht man übrigens auch immer wieder was mit so einem Gewächshaus passiert wenn es ausgedient hat, es endet als großer Haufen Plastik der in der Landschaft rumliegt.

Dafür war ich nach nicht ganz 2h und damit weniger als drei Stunden gesamt Fahrzeit heute, meinem Ziel ganz nahe: einem Platz an dem man in den Ausläufern der Wüste von Tabernas in Ruhe stehen kann.

Tja, aber auch nur fast am Ziel… Da ich falsch abgebogen war (bzw das Navi der Meinung war ich wäre jetzt am Ziel) bin ich erstmal eine Straße weiter gefahren bis ich an einer Zufahrt zu einer „Rambla“ also einem mehr oder weniger ausgetrockneten Flussbett war. Naja was soll’s, kann man sich ja mal anschauen, vielleicht führt es ja auch zu einem schönen Platz für den Rest des Tages und die Nacht wenn der eigentliche Platz schon nicht mehr existiert (das deutete das Internet bzw die App an).

Auf der Fahrt durch das Flussbett bis ungefähr zu der Stelle an der ich das Navi ausgeschaltet hatte gab es zwar einige an sich schöne Flecken, aber nichts was für eine Übernachtung geeignet wäre. Dann zweigte allerdings wieder eine „Ausfahrt“ ab, der ich auch eine Chance gab und damit prompt an dem eigentlich geplanten Zielpunkt angekommen war.

Begrüßt werde ich hier nach dem Einparken von einem älteren Herren der gerade von einer Wanderung zurück ist und mir erklärt dass das befahren der Rambla eigentlich nicht gestattet ist, aber trotzdem zwei Orangen aus eigenem ökologischen Anbau schenkt.

Kurz darauf kommt erst ein ATV mit deutschem Kennzeichen und kurz darauf ein Reise-LKW ebenfalls mit deutschem Kennzeichen vorbei und wir unterhalten uns ein wenig. Das Pärchen hat die letzten Tage auf einem höheren gelegenen Punkt verbracht und will nun wegen des Windes zu einem Punkt ein Stück die Rambla entlang der sehr ruhig sein soll. Viel Erfolg wünschend richte ich mich weiter häuslich ein…

Mein Bus am Schlafplatz

So gefällt mir das schon eher.

Schlafplatz in die andere RichtungDa kam ich aus der Rambla gefahren

Den Rest des Tages hab ich jetzt in der Sonne sitzend mit Stricken und anschließend mit Kochen verbracht.

Nun sehe ich durch die Dachluke schon einen Haufen Sterne und werde mich wohl demnächst schon ausgiebig meinen Kopfkissen zuwenden.

Leider ist es zum Abend jetzt etwas windiger geworden, aber noch lange kein Vergleich zu vor ein paar Tagen, ich denke hier kann ich die Nacht gut verbringen und morgen schau ich dann ob ich etwas weiter in die Wüste fahren oder zum Beispiel die Rambla noch etwas erkunden soll…


Dez 22 2019

Von der Hauptstadt zu DER Sehenswürdigkeit

Nachdem ich gestern einen eher kurzem Fahrtag (nur ca 250km) gemacht hab hatte ich den gesamten Nachmittag frei.

Was macht man an so einem freien Nachmittag? Genau, da man im Randbezirk von Madrid ist schnappt man sich logischerweise ein Ticket für die Metro und fährt richtig in die Stadt rein.

Nach kurzem Fußmarsch zur Haltestelle und ca 40 Minuten in der Metro war dann auch „Sol“ erreicht. Laut Internet der Platz überhaupt in Madrid…

Madrids Hauptplatz Sol

Vielleicht liegt es an mir, aber mir war es hier zu voll und zu uninteressant, also bin ich einfach eine der abzweigenden Gassen entlang gewandert, auch in der Hoffnung etwas Essbares zu finden.

Zuerst wurde ich lange Zeit enttäuscht, viele Läden in denen man bestimmt vorzüglich shoppen könnte, ein Haufen Franchise Buden oder Restaurants mit für meinen Geschmack zu hohen Preisen.

Gebrochen wurde das Bild von einem Carrefour Express in dem ich mir zumindest mal etwas zu trinken holen konnte. Und 20 Minuten später, ca 7 Straßen und 5 Ecken weiter war plötzlich ein wunderbarer kleiner Laden in dem sich Arbeiter kurz ihr Mittagessen holen. Von Paella über alle möglichen Fleisch- und Nudelgerichte bis hin zu einem Haufen Gebäck gab es alles. Auch wenn ich ein großer Tortilla Fan bin gab es dann doch drei Empanadas für mich, lässt sich einfach besser auf die Hand nehmen.

So gestärkt und mit Blick auf den auch zuziehenden Himmel trat ich auch schon den Rückweg zum Campingplatz an, das war auch deine gute Idee, sonst wäre ich noch nasser geworden.

Am Platz angekommen war auch klar dass es eine gute Entscheidung was erst nach dem Besuch der Stadt zu duschen… denn die warme Dusche hätte ich jetzt so oder so gebraucht und hab ich dann auch sehr genossen.

Die Nacht war dann (abgesehen von viel viel Regen) ruhig so dass ich heute nach ein paar weiteren Recherchen und Überlegungen Recht früh aufbrechen konnte.

Die Überlegungen haben ergeben dass ich nicht nach Marokko fahre sondern mir Spanien (oder zumindest einen Teil davon) gemütlicher anschaue. Daher stand für den Tag als Ziel auch nicht Algeciras, sondern Granda auf dem Plan (wobei das sehr lange die gleiche Strecke ist).

Granada sind von Madrid aus ca 430km, sollte sich also gut in 5h und somit mit Ankunft im hellen machen lassen… Sollte… Wäre da nicht unterwegs 16km Stau auf der Autobahn. Hört sich erstmal nicht soooo Wild an, darum weiß ich auch nicht wieso ich damit ganze drei Stunden verbracht hab, Ankunft dann natürlich wieder im dunklen.

Weil ich dadurch schon wieder Laune hatte (Schlafplatz suchen ist mit Licht einfach viel angenehmer) durfte das Navi die Suche übernehmen und es sollte ein Campingplatz werden… Cool, direkt was gefunden, nicht zu sehr drin, Supermarkt in der Nähe, passt also los. Da angekommen ist das Tor zu, ist auch besser so, denn dahinter verbirgt sich nur Baustelle. Nun gut, nächste App und die nach einem evtl sogar Wildcamp Spot befragt. Nur drei KM weiter soll ein WoMo-Platz sein, also los… Denkste, das Navi kommt damit nicht klar dass Granada gefühlt eine einzige Einbahnstraße ist und die Straßen die keine Einbahnstraßen sind dürfen fast nur von Taxis und Bussen befahren werden.

Schon halb am verrückt werden die nächste Navi-App gestartet die zumindest beim Wandern schon gute Dienste geleistet hat. Zielsicher führt die auch zum Platz, nervig nur etwas das in der gratis Version der Bildschirm nicht an bleibt.

Nun gut der Platz ist gefunden, kostet zwar auch, aber ist dafür wenigstens schön groß und eben. Und nebenbei nur einen Steinwurf von der Alhambra entfernt.

Alhambra bei NachtUnd so kam ich doch noch zum Sightseeing und konnte zumindest von außen einen Blick auf dieses Bauwerk werfen. Schon ziemlich beeindruckend das ganze und ich bin ziemlich froh das um diese Zeit (halb 10 abends) kaum noch Leute unterwegs sind, ich glaube hier ist sonst richtig viel los.

Und nun hau ich mich aufs Ohr und schau mal ob es morgen nach Motril (70km) oder darüber nach Tabernas (dann 200km) geht und wie das fahren dann klappt.